Datenerfassung: Häufige Datenschutzrisiken und wie Du Dich online schützen kannst
Das ist uns allen schon einmal passiert: Du erwähnst ein Produkt in einem beiläufigen Gespräch und kurz darauf wird Dir eine Anzeige dafür auf Deinem Bildschirm angezeigt. Natürlich fragt man sich dann oft als Erstes: „Spioniert mich mein Handy aus?“ Die Antwort lautet: Ja und nein.
Was hier passiert, ist das Ergebnis zuvor gesammelter Daten über Deine Suchanfragen, Social-Media-Beiträge, App-Aktivitäten, Deinen Standort und Dein Online-Verhalten. Diese Daten werden im richtigen Moment zusammengeführt, wodurch der Eindruck entsteht, als würde jemand mithören.
Dieser Vorgang wird als Datenerfassung bezeichnet.
Was ist Datenerfassung?
Datenerfassung ist das groß angelegte Sammeln von Informationen über Personen, Unternehmen oder Geräte. Die gesammelten Informationen reichen von Surfverhalten und App-Aktivitäten bis hin zu E-Mail-Adressen, Standortdaten, Einkaufshistorie und Gerätekennungen wie IP-Adressen. Unternehmen können auch marktbezogene Daten erfassen, darunter Preise, Produktlisten und Kundenbewertungen.
Diese Daten können mit Deinem Wissen (wenn Du Dich beispielsweise für einen Dienst anmeldest) oder ohne dass Du es merkst (über Tracker, Cookies oder Hintergrundskripte) gesammelt werden.
Stell Dir vor, jeder Ort, den Du besuchst, führt ein kleines Notizbuch über Dich. Einzelne Notizen sagen nicht viel aus, aber wenn ihr Inhalt zusammengeführt wird, können sie ein sehr detailliertes Bild davon zeichnen, wer Du bist und wie Du Dich verhältst. Und diese Art der Profilerstellung kann sich wie ein Eingriff in die Privatsphäre anfühlen.
Der Wert der gesammelten Daten hängt stark von ihrer Relevanz und Genauigkeit ab. Unternehmen nutzen diese Daten oft, um Trends zu analysieren, das Kundenverhalten zu verstehen, Produkte zu verbessern und Werbung besser auf individuelle Interessen abzustimmen.
Warum Unternehmen Daten sammeln
Nicht jede Datenerfassung im Web ist zwielichtig. Zu den gängigen Verwendungszwecken gehören:
- Personalisierung von Inhalten oder Werbung
- Verbesserung von Apps und Websites
- Analyse von Nutzerverhalten und Trends
- Lead-Generierung
- Aufdeckung von Betrug, Bots oder Kontomissbrauch
- Training generativer KI-Modelle
Eine E-Commerce-Seite kann beispielsweise Deine Surfgewohnheiten und Kaufmuster analysieren, um Dir relevante Produkte zu empfehlen. Eine Streaming-Plattform könnte beispielsweise Deine Nutzungsdauer verfolgen, um Empfehlungen für Serien und Filme zu optimieren. In beiden Fällen nutzen die Unternehmen die Daten, um ihren Service zu verbessern, nicht, um ihre Kunden auszunutzen.
So funktioniert die Datenerfassung
Sie stützt sich auf verschiedene Technologien und Tracking-Methoden, um persönliche Informationen zu erfassen, während Du im Internet surfst, Apps nutzt, online einkaufst, Inhalte streamst oder mit digitalen Diensten interagierst.
Unternehmen, Werbetreibende, Datenbroker und Cyberkriminelle können verschiedene Techniken des Web-Daten-Harvestings nutzen, um das Nutzerverhalten in großem Umfang zu erfassen und zu analysieren. Zu den gängigen Methoden der Datenerfassung gehören:
Data Scraping
Data Scraping wird oft synonym mit Datenerfassung verwendet, bezieht sich aber eigentlich auf eine speziellere Technik, bei der automatisierte Tools oder Bots eingesetzt werden, um öffentlich zugängliche Informationen von Websites und Online-Plattformen zu sammeln. Dazu können Namen, E-Mail-Adressen, Bewertungen, Social-Media-Beiträge, Daten zu Preisen, Telefonnummern, Zahlungsdaten und Brancheneinträge gehören.
Diese automatisierten Systeme können innerhalb weniger Minuten Tausende oder sogar Millionen von Datenpunkten auslesen und so riesige Datenbanken erstellen. Diese werden für Werbung, Analysen, KI-Training, Lead-Generierung, den Weiterverkauf oder gezielte Betrugsversuche genutzt. Je nachdem, wie die Daten gesammelt und verwendet werden, kann das Scraping ernsthafte Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Cybersicherheit aufwerfen.
Cookies und Online-Tracking
Websites nutzen Cookies, Tracker, Pixel und Browser-Fingerprinting-Tools, um Deine Online-Aktivitäten zu überwachen. Mithilfe dieser Technologien kann nachverfolgt werden, welche Seiten Du besuchst, wie lange Du auf den Seiten bleibst, worauf Du klickst, wonach Du suchst und sogar welche Produkte Du in Deinem Warenkorb liegen lässt.
Einige Cookies sind für Funktionen wie Anmeldungen, Einstellungen oder Warenkörbe notwendig. Andere dienen in erster Linie der Werbung, Analyse und Erstellung von Verhaltensprofilen. Dadurch können Werbetreibende und Dritte detaillierte Nutzerprofile erstellen, die für personalisierte Werbung, zielgerichtete Inhalte und webseitenübergreifendes Tracking genutzt werden können.
APIs (Application Programming Interfaces)
APIs ermöglichen es Apps, Websites und Online-Diensten, Daten auszutauschen und effizienter miteinander zu kommunizieren. Während APIs die Funktionalität und Konnektivität verbessern, können sie auch dazu führen, dass Unternehmen hinter den Kulissen mehr Nutzerdaten sammeln, weitergeben oder verarbeiten.
In manchen Fällen fordern Apps oder Websites über Browser- oder Geräte-APIs weitreichende Berechtigungen an, darunter Zugriff auf Kontakte, Standortdaten, Gerätekennungen, Kontoaktivitäten oder das Surfverhalten.
Tracking und Algorithmen in sozialen Medien
Soziale Medien können weit mehr als nur Likes, Kommentare oder Follower erfassen. Ihre Tracking-Systeme können die Wiedergabezeit, Pausen, Scroll-Gewohnheiten, Wiederholungen, Shares, Klicks, Suchaktivitäten und Interaktionen mit Beiträgen und Anzeigen überwachen.
Mithilfe dieser Verhaltensdaten können Algorithmen Deinen Feed personalisieren, Interessen vorherzusagen, die Interaktion verbessern und hochgradig zielgerichtete Werbung schalten. In manchen Fällen kann das Tracking über Websites und Apps hinweg durch eingebettete Tracker, Werbenetzwerke und Social-Media-Plug-ins fortgesetzt werden.
Was passiert als Nächstes? Data Mining
Nachdem Informationen gesammelt wurden, verarbeiten Unternehmen diese oft mittels Data Mining. Dabei kommen maschinelles Lernen, künstliche Intelligenz, Statistik und computergestützte Analysen zum Einsatz, um in großen Datensätzen verborgenen Muster, Trends, Zusammenhänge und Einblicke in das Verhalten aufzudecken.
Data Mining hilft Unternehmen dabei, Empfehlungen zu verbessern, Marketingstrategien zu optimieren, das Kundenverhalten vorherzusagen, Betrug aufzudecken, Entscheidungen zu automatisieren und digitale Dienste zu verbessern. Zudem spielt es eine wichtige Rolle in modernen Werbeökosystemen und KI-gesteuerten Personalisierungssystemen.
Einfach ausgedrückt werden bei der Datenerfassung Daten gesammelt und beim Data Mining auf Muster und Erkenntnisse hin analysiert.
Ist die Datenerfassung legal? Was Du über Deine Rechte wissen musst
Ob die Datenerfassung legal ist, hängt davon ab, welche Daten erfasst werden, wie sie erfasst und genutzt werden. In vielen Fällen ist sie unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Die meisten Gesetze konzentrieren sich auf Einwilligung, Transparenz und Beschränkungen hinsichtlich der Datenmenge, die Unternehmen erfassen oder speichern dürfen.
Die Datenerfassung ist in der Regel legal, wenn:
- die Betroffenen ihre Einwilligung geben.
- die Daten öffentlich zugänglich sind.
- die Daten für einen konkreten Zweck verwendet werden.
Problematisch oder illegal wird es, wenn:
- es ohne klare Einwilligung geschieht.
- mehr Daten gesammelt werden, als für den angegebenen Zweck notwendig sind.
- Daten verkauft oder an Dritte weitergegeben werden.
- sensible Daten offengelegt oder missbraucht werden (z. B. Identitätsdiebstahl oder Überwachung).
- Daten für eine diskriminierende Preisgestaltung oder Behandlung genutzt werden.
Unternehmen können beispielsweise persönliche Daten aus öffentlichen Profilen sammeln und an Datenbroker verkaufen. Diese können die Daten dann für Betrug oder Identitätsdiebstahl nutzen.
Eines der am meisten diskutierten Beispiele für unethische Datenerfassung ist der Facebook-Cambridge-Analytica-Datenskandal.1 Das politische Beratungsunternehmen sammelte ohne ordnungsgemäße Einwilligung Daten von Millionen Facebook-Nutzern, um detaillierte Wählerprofile zu erstellen und hochgradig zielgerichtete politische Botschaften zu verbreiten, die das Wählerverhalten beeinflussen sollten.
In jüngerer Zeit haben sich die Bedenken bezüglich der Datenerfassung auch auf den Bereich der generativen KI ausgeweitet. Tech-Unternehmen stehen zunehmend unter genauer Beobachtung, wie Online-Inhalte, Unterhaltungen und Nutzerdaten gesammelt und zum Trainieren von KI-Modellen verwendet werden. OpenAI sieht sich beispielsweise mit einer Klage konfrontiert, in der behauptet wird, dass Daten von ChatGPT möglicherweise an Google und Meta weitergegeben wurden.2
Weitere Informationen: Welche Daten ChatGPT sammelt und wie es sie nutzt
Grauzonen bei der Datenerfassung
Nicht alle Formen der Datenerfassung sind offensichtlich illegal. Viele befinden sich in rechtlichen und ethischen Grauzonen, in denen Einwilligung, Transparenz und das Bewusstsein der Nutzer komplizierter werden.
Unklare oder stillschweigende Einwilligung
Einige Unternehmen stützen sich auf vage Datenschutzrichtlinien, Cookie-Banner oder eine „stillschweigende Einwilligung“, um eine umfassende Datenerfassung zu rechtfertigen. In Wirklichkeit lesen die meisten Nutzer lange Nutzungsbedingungen selten durch, was bedeutet, dass Du möglicherweise unwissentlich umfangreichen Tracking-, Profiling- oder Datenteilungspraktiken zustimmst.
Sicherheitsfrust und schlechte Gewohnheiten
Übermäßig komplizierte Sicherheitssysteme können manchmal neue Risiken schaffen, anstatt sie zu verringern. Häufige Passwort-Zurücksetzungen, strenge Anmeldeanforderungen und ständige Authentifizierungsaufforderungen können Nutzer so sehr frustrieren, dass sie anfangen, Passwörter wiederzuverwenden, Schutzmaßnahmen zu deaktivieren oder Abkürzungen zu nehmen, wodurch sich ihre allgemeine Cybersicherheit verschlechtert.
Social Engineering und Erfassung von Verhaltensdaten
Nicht jede Datenerfassung erfolgt über versteckte Tracker oder Malware. Scheinbar harmlose Quizze, Umfragen, Online-Spiele, Gewinnspiele und virale Social-Media-Trends können Menschen dazu verleiten, persönliche Informationen, Interessen, Standorte, Gewohnheiten oder Antworten auf gängige Sicherheitsfragen freiwillig preiszugeben. Diese Daten können später für Profiling, gezielte Werbung, Versuche, Konten zu kompromittieren, oder Identitätsdiebstahl genutzt werden.
Warum die Menge der gesammelten Daten eine Rolle spielt
Mehr Daten zu sammeln als nötig fühlt sich nicht nur wie ein Eingriff in die Privatsphäre an, sondern kann auch erhebliche Risiken für den Datenschutz, die Cybersicherheit sowie finanzielle und rechtliche Risiken mit sich bringen. Gesetze wie die DSGVO zwingen Unternehmen dazu, so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu sammeln, da sie sonst Bußgelder und Ermittlungen riskieren.
Eine übermäßige Datenerfassung kann zudem Vorurteile und Diskriminierung bei der Personalbeschaffung, der Bonitätsprüfung und der Strafverfolgung verstärken, wenn Algorithmen Entscheidungen auf der Grundlage unvollständiger oder verzerrter Informationen treffen.
Hinzu kommt ein Sicherheitsproblem. Je mehr Daten eine App speichert, desto attraktiver wird sie als Ziel für Hacker. Riesige Datenbanken mit personenbezogenen Informationen sind oft das Hauptziel von Hackern und Datenlecks richten einen weitaus größeren Schaden an, wenn übermäßige Mengen sensibler Informationen offengelegt werden.
Mit der Zeit können aggressive Datenerfassungspraktiken das Vertrauen der Verbraucher untergraben. Dies ist insbesondere der Fall, wenn diese entdecken, welche Informationen hinter den Kulissen gesammelt werden, ohne dass sie einen Nutzen davon haben, keine Transparenz geboten wird und der Datenschutz nicht gewährleistet ist.
Wichtige Datenschutzgesetze, die Du kennen solltest
Es gibt mehrere wichtige Gesetze, die die Datenerfassung regeln und festlegen, wie Unternehmen personenbezogene Daten erheben und nutzen dürfen. Hier sind einige davon:
DSGVO und europäische Schutzbestimmungen
- Die DSGVO verlangt eine rechtmäßige Grundlage für die Erhebung personenbezogener Daten.
- Beschränkt die Erhebung auf nur das, was notwendig ist.
- Gewährt Personen das Recht auf Zugriff, Berichtigung oder Löschung ihrer Daten.
- Gilt sogar für öffentliche Daten, wenn diese eine Person identifizieren können.
CCPA und US-Bundesstaatsgesetze
- CCPA erlaubt es Nutzern, zu sehen, welche Daten erfasst werden.
- Gewährt Nutzern das Recht, die Löschung zu verlangen.
- Ermöglicht Nutzern, dem Verkauf und der Weitergabe von Daten zu widersprechen.
- Der Schwerpunkt liegt eher auf Widerspruchsrechten und Offenlegung als auf einer vorherigen Einwilligung.
HIPAA (US-Gesundheitsdaten)
- HIPAA schützt medizinische und gesundheitsbezogene Unterlagen.
- Schränkt ein, wie Gesundheitsdienstleister, Versicherer und verwandte Organisationen Patientendaten erheben, nutzen und weitergeben dürfen.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich allgemeinen Informations- und Bildungszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Datenschutzgesetze, darunter die DSGVO, der CCPA und HIPAA, können je nach Rechtsordnung, Branche und individueller Situation variieren.
So schützt Du Dich vor Datenerfassung
Die Datenerfassung lässt sich zwar nicht vollständig verhindern, aber Du kannst die Menge der von Dir preisgegebenen Daten sowie die Anzahl derer, die sie sammeln dürfen, deutlich reduzieren. Hier sind ein paar praktische Tipps:
Nutze ein schnelles, sicheres VPN
Ein VPN ist kein Allheilmittel, aber es ist eines der effektivsten Tools, um die Datenerfassung auf Netzwerkebene einzudämmen. Durch die Verschlüsselung Deines Internet-Traffics und die Verschleierung Deiner IP-Adresse erschwert ein gutes VPN es Websites, Werbetreibenden, Datenhändlern und Internetanbietern erheblich, Deine Surfaktivitäten, Online-Gewohnheiten und Deinen ungefähren Standort zu überwachen.
Ein auf Datenschutz ausgerichtetes VPN wie Private Internet Access (PIA) ist eine hervorragende Wahl, wenn Du einen stärkeren Datenschutz wünschst, ohne mehrere Abonnements verwalten zu müssen. Ein Konto unterstützt eine unbegrenzte Anzahl von Geräteverbindungen, sodass Du Dich nicht ständig auf verschiedenen Geräten ein- und ausloggen musst, wenn Du zwischen ihnen wechselst.
PIA enthält außerdem MACE, einen integrierten Adblocker, Tracker-Blocker und Malware-Blocker. Damit kannst Du Profiling reduzieren, aufdringliche Werbung herausfiltern und die meisten bösartigen Websites blockieren. In Kombination mit Verschlüsselungsstandards, denen Banken und Cybersicherheitsorganisationen vertrauen, bietet das PIA-VPN eine zusätzliche Datenschutzebene, die das Tracking durch Internetanbieter und das Profiling durch Websites erheblich erschwert.
Darüber hinaus trägt die gerichtlich bestätigte No-Logs-Richtlinie von PIA dazu bei, dass Deine sensiblen Daten im Falle eines Server-Hacks nicht nach außen gelangen.
Passe Deine Datenschutz-Einstellungen und App-Berechtigungen an
Viele Apps und Online-Dienste sammeln weit mehr Informationen, als sie tatsächlich benötigen. Überprüfe deshalb regelmäßig die Datenschutzeinstellungen auf Deinen Geräten, in Deinen Browsern, Apps und Social-Media-Konten und deaktiviere Berechtigungen, die keinem klaren Zweck dienen.
Auch die Einschränkung des Zugriffs auf Deinen Standort, Deine Kontakte, die Kamera, das Mikrofon, Bluetooth und Hintergrundaktivitäten kann dazu beitragen, unnötige Datenerfassung und mobiles Tracking zu reduzieren.
Nutze datenschutzorientierte Browser und Suchmaschinen
Datenschutzorientierte Browser, Suchmaschinen und Erweiterungen, die Tracker standardmäßig blockieren, können helfen, die Datenerfassung durch Dritte zu reduzieren. Sie schränken Cookies, Fingerprinting und Cross-Site-Tracking ein, sodass Du den Cache nicht ständig leeren musst.
Aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA)
Die Zwei-Faktor-Authentifizierung bietet eine zusätzliche Sicherheitsebene für Dein Konto, da sie zusätzlich zu Deinem Passwort einen zweiten Verifizierungsschritt erfordert. Auch wenn 2FA die Datenerfassung nicht direkt verhindert, kann sie helfen, Deine Konten zu schützen, falls Deine Anmeldedaten durch Phishing, Datenlecks, Credential-Stuffing-Angriffe oder durchgesickerte Datenbanken offengelegt werden.
Sei vorsichtiger damit, was Du online teilst
Du musst nicht noch ein weiteres süßes Bild von Deinem Baby posten, im Hotel einchecken oder den Facebook-Status Deines Ex-Partners kommentieren. Je weniger persönliche Informationen Du teilst, desto weniger können später gesammelt werden.
Überprüfe Deine Cookie- und Tracking-Einstellungen
Viele Websites bieten Dir die Möglichkeit, Deine Cookie-Einstellungen und Tracking-Präferenzen zu verwalten. Wenn Du nicht unbedingt notwendige Cookies ablehnst, kannst Du Online-Tracking, gezielte Werbung und die webseitenübergreifende Datenerfassung reduzieren. Alternativ kannst Du auch Browser-Erweiterungen zum Datenschutz nutzen. Diese blockieren Tracker, Werbenetzwerke und versteckte Skripte, die Deine Online-Aktivitäten überwachen sollen, automatisch.
Halte Deine Geräte und Software auf dem neuesten Stand
Software- und Betriebssystem-Updates enthalten oft wichtige Sicherheitspatches, die Schwachstellen beheben, die von Hackern, Spyware, bösartigen Apps und Tracking-Tools ausgenutzt werden können. Wenn Du Updates hinauszögerst, bleiben Deine Geräte bekannten Sicherheitslücken ausgesetzt. Dadurch erhöht sich das Risiko von Datendiebstahl, Malware-Infektionen, unbefugtem Zugriff und Datenschutzverletzungen.
Trage Dich aus den Datenbanken von Datenbrokern ab
Bei einigen Datenbrokern kannst Du beantragen, dass Deine persönlichen Daten aus deren Datenbanken entfernt werden. Auch wenn dieser Vorgang möglicherweise wiederholt werden muss oder zeitaufwendig ist, trägt er dazu bei, dass Deine persönlichen Daten online weniger weit verbreitet, verkauft oder indexiert werden.
Wenn Du Deine Präsenz in den Datenbanken von Datenbrokern reduzierst, wird es für Werbetreibende, Betrüger und Cyberkriminelle zudem schwieriger, detaillierte Profile über Deine Identität und Dein Online-Verhalten zu erstellen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Datenerfassung?
Datenerfassung ist das groß angelegte Sammeln von Informationen von Websites, Apps und Geräten. Unternehmen und Organisationen erfassen diese Daten, um Trends zu analysieren, Dienste zu verbessern oder Werbung zielgerichtet zu schalten. Oft kombinieren sie mehrere Quellen, um detaillierte Nutzerprofile zu erstellen.
Was bedeutet „Datenerfassung“?
„Datenerfassung“ oder Data Scraping bezeichnet das Sammeln von personenbezogenen Daten oder Verhaltensdaten aus Online-Aktivitäten, manchmal ohne dass die Nutzer sich dessen vollständig bewusst sind. Zu den gesammelten Informationen können Surfgewohnheiten, Aktivitäten in sozialen Medien, Standortdaten, Zahlungsinformationen oder Kaufdaten gehören. Organisationen nutzen diese Daten in der Regel für Marketing, Forschung oder Produktentwicklung.
Was ist „Data Spooling“?
Beim „Data Spooling“ werden Informationen vorübergehend in einem Puffer gespeichert, bevor sie verarbeitet oder an einen anderen Ort gesendet werden. Dadurch können Systeme große Datenmengen effizienter verwalten. Im Gegensatz zur Datenerfassung stehen beim Spooling nicht die langfristige Erfassung persönlicher Informationen, sondern die Speicherung und Arbeitsabläufe im Mittelpunkt.
Wie funktioniert Web Harvesting?
Beim Web Harvesting werden Technologien wie Data Scraping und Cookies eingesetzt, um Daten von Websites und Online-Plattformen in großem Umfang zu sammeln. Dabei können verschiedene Informationen wie Nutzerprofile, Surfverhalten, Browserverlauf, Produktlisten, Bewertungen, Social-Media-Beiträge, Gerätekennungen und Online-Interaktionen erfasst werden.
Ist Datenerfassung legal?
Datenerfassung kann legal sein, wenn Unternehmen die Einwilligung der Nutzer einholen oder öffentlich zugängliche Informationen nutzen. Sie wird illegal, wenn Unternehmen ohne Erlaubnis sensible Daten sammeln oder gegen Gesetze wie die DSGVO, den CCPA oder den HIPAA verstoßen. Ob die Datenerfassung rechtmäßig ist, hängt oft davon ab, wie die Daten gesammelt werden, um welche Art von Informationen es sich handelt und ob Nutzer klar darüber informiert werden, wie ihre Daten genutzt, weitergegeben oder gespeichert werden.
Warum gilt eine übermäßige Datenerfassung als riskant oder unethisch?
Weil sie sowohl für Nutzer als auch für Unternehmen echte Probleme verursacht. Die Erfassung von mehr Daten als nötig kann gegen Datenschutzgesetze wie die DSGVO verstoßen. Zudem kann sie das Risiko von Verzerrungen bei automatisierten Entscheidungen erhöhen und Unternehmen zu größeren Zielen für Datenlecks machen. Langfristig untergräbt sie auch das Vertrauen der Nutzer – insbesondere, wenn diese keinen klaren Grund dafür sehen, warum so viele Daten gesammelt werden.
Kann die Nutzung eines VPNs dabei helfen, unbefugte Datenerfassungen zu verhindern?
Ja. Ein zuverlässiges VPN wie PIA verschlüsselt Deine Verbindung und verbirgt Deine IP-Adresse. Dadurch wird es für Unternehmen oder Hacker schwieriger, Deine Online-Aktivitäten nachzuverfolgen. Das ist besonders in öffentlichen WLAN-Netzen hilfreich und verhindert, dass bestimmte Aktivitäten mit Dir in Verbindung gebracht werden können. Vergiss nicht, ein VPN mit anderen Datenschutzmaßnahmen zu kombinieren, und wähle sorgfältig aus, was Du online teilst.
Quellen: